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Krätzmilben

Die Krätzmilben auch Scabies genannt, sind bis zu 0,5 Millimeter große Parasiten und lästige Untermieter. Mensch und Tier sind gleichermaßen durch unerträglichen Juckreiz betroffen. Sie pflanzen sich auf der Hautoberfläche fort, wo ein Weibchen bis zu vier Eier am Tag ablegt. Wenn auch Sie oder Ihr Haustier unter dem massiven Problem leiden, ist es daher sinnvoll schnell und effektiv zu handeln. Die winzigen Spinnentiere greifen zudem unser Immunsystem an und legen es sozusagen lahm. Mit ihren kleinen kräftigen Mundwerkzeugen, graben die Weibchen Gänge in die oberste Hautschicht. Somit ist der Schutzschild zerstört und Keime, Bakterien sowie Pilze dringen ungehindert ein. Die Haut ist das größte Organ und schützt und ummantelt den Körper von Mensch und Tier. Doch Krätzmilben können genau diesen Schutz gefährden.

Übrigens, auch wenn in Deutschland viele Infektionen ausgerottet wurden, die Krätzmilben sind weiterhin auf dem Vormarsch. In der heutigen Zeit mehr denn je und eine ständige Vorsorge kann leider nicht betrieben werden. Es kann Sie überall treffen, ob zu Hause auf Reisen, oder eben bei einer Veranstaltung.

Wissenswertes:

Viele Parasiten treten gleich mit dem nächsten Ferienflieger die „Heimreise“ mit an. So wurde seit den sechziger Jahren, wieder ein deutlicher Anstieg verzeichnet. Nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt, mit teils epidemischen Ausmaßen. Doch zwischen den beiden Weltkriegen litten nur etwas 25% der Bevölkerung an der Parasitenart. So gut wie verschwunden war die Krätze zwischen 1947 und 1960. Nach dieser Zeit schwappte auch die Reisewelle nach Deutschland über. Flugzeuge, Fähren, Busse und der eigene PKW waren die idealen Fortbewegungsmittel und sind es bis heute geblieben. Da werden auch unliebsame mit dem bloßen Auge nicht sichtbare „Anhalter“ mitgenommen. So entstand wieder ein neuer Befall der sich durch unsere Gesellschaftsschichten zieht.

Wer einmal komplett milbenfrei Urlaub machen möchte, kann in Gebirgsgegenden wie das Engadin reisen. Das Mikroklima mit der geringen Luftfeuchtigkeit ist kein Paradies für Krätzmilben, aber für Allergiker und Asthmatiker eine wahre Wohltat. Milbengeplagte Menschen können hier nicht nur richtig aufatmen, sondern auch ihr Immunsystem wieder auf Vordermann bringen.

Lebensbedingungen

Die Lebensbedingungen der Krätzmilben sind schnell aufgezählt. Die Parasiten sterben ohne ihren Wirt, also uns Menschen bereits nach zwei Tagen ab. Bei einer Temperatur von 13°C haben die Krätzmilben keine Überlebenschance. Denn bis zu 20° C sind sie fast unbeweglich und auch nicht zur Nahrungsaufnahme fähig. Bei über 50°sterben sie innerhalb weniger Minuten ab. Somit ist der Mensch an sich ein idealer Wohnort und Versorger für die unliebsamen Krätzmilben. Das beweist meist auch die redliche Vermehrung und die unangenehmen Folgen.

Räude

Dazu kam dann die Räude bei Haustieren, die auch heute noch anzutreffen ist. Da Hund und Katz bei uns im Haus leben, ist der Mensch zwar ein Fehlwirt, dennoch können die unangenehmen Symptome auf den Besitzer übergehen. Die Räude gleicht dem Krätzmilbenbefall und ist auch diagnostisch so zu behandeln. Zum Glück graben diese Vertreter keine Gänge in die menschliche Haut. Dennoch ist der Befall nicht gerade angenehm. Eine spontane Selbstheilung kann somit beim Menschen eintreffen, ist aber nicht in jedem Fall gegeben.

 

Was ist eine Krätzmilbe?

Der Name entstammt aus dem Wort „Kratzen“. Denn davon können die Leidgeplagten ein Lied singen. Oftmals mit blutigen Folgen, die auch sehr schmerzhaft sein können. Denn die gestresste Haut bekommt nun zusätzlich eine Infektionsgefahr.

Die Krätzmilben sind Kleinstlebewesen. Sie benötigen daher einen anderen Organismus um sich zu ernähren und fortzupflanzen. Für diese Parasiten ist hauptsächlich der Mensch der Wirt. Zunächst überleben nach der Fortpflanzung nur die Weibchen. Sie legen anschließend ihre Eier ab. Nach vier bis sechs Wochen sterben auch sie. 

Die rasante Vermehrung findet oft im öffentlichen Leben statt. Altenheime, Kindertagesstätten und Schulen sind davon meist betroffen. Die Krätzmilben breiten sich durch den Hautkontakt rasch aus. Gerade das macht Parasiten aus. Denn es ist eine Infektion die hoch ansteckend sein kann.

Aber auch Tiere leiden darunter und haben dasselbe Ansteckungsverfahren. Gerade in Tierheimen und Auffangstationen, sowie Tierpensionen können Krätzmilben ihr Unwesen treiben. Diese sind zudem auf den Menschen übertragbar.

 

Die Hautkrankheit wird in verschiedene Unterschichten unterteilt:

 

Bullöse und Nodöse Scabies

Rotbräunliche Knötchen ohne Milbenbefall charakterisieren den Verlauf. Bei diesem starken juckenden Verlauf, können auch nach erfolgreicher Behandlung, Knötchen noch monatelang sichtbar sein. Dies kann in Einzelfällen durchaus vorkommen. Diese Form tritt vermehrt bei Kindern und Jugendlichen auf. Sie führt zunehmend zur Bläschenbildung.

 

Gepflegte Scabies

Eine intensive Körperpflege betreiben die Betroffenen. Dabei kommen auch verschiedenen Kosmetika zum Einsatz. Aufgrund der Hautveränderungen, kann eine eindeutige Diagnose nicht gestellt werden.

 

Scabies norvegica (Borkenkrätze)

Bei dieser Krankheitsform kommt es zu einem sehr starken Befall. Die Krätzmilben tummeln sich sozusagen am ganzen Körper. Hautrötungen die Erythrodermie, ist somit unübersehbar. Zudem entstehen unansehnliche Schuppen auf der Haut. Diese werden dann auch Borken genannt. Gerade an Ellenbogen, Handgelenken und Handrücken, Fingern und Fußinnenflächen sowie Handinnenflächen, werden die Krätzmilben sichtbar. Feuchtglänzend ist die Haut unter den Krusten. Ein Juckreiz muss nicht immer bestehen. Somit ist dieser auch nicht immer ein Anhaltspunkt für die Borkenkrätze.

Bei den Krätzmilben gibt es also verschiedene Verlaufsformen und dazugehörige Behandlungsmethoden um einen schnellen und wirkungsvollen Erfolg zu erzielen.

 

Krätzmilben wie lange ansteckend?

Die lästigen Parasiten gehen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Nach etwa zwei bis fünf Wochen treten bei einer Erstansteckung die Symptome auf. Schneller geht der Vorgang bei einer Wiederansteckung. Da sind die Krätzmilben bereits nach ein bis vier Tagen ansteckend. Solange sich Krätzmilben auf der Haut befinden, solange sind Sie als Betroffener auch für andere Personen übertragbar. Deshalb ist in dieser Zeit ein zu enger Körperkontakt tunlichst zu vermeiden.

Die Krätzmilben können bei Menschen mit schwachem Immunsystem, auch einen chronischen Verlauf entwickeln. Das tritt dann auf, wenn die Symptome nicht behandelt werden. Deshalb sollten ältere und pflegebedürftige Personen, sowie das Betreuungs- und Pflegepersonal Vorsicht walten lassen. Eine Behandlung ist daher immer äußerst sinnvoll und sehr effektiv.

Doch wo siedeln sich diese Milben bevorzugt an? Dort wo eine höhere Körpertemperatur herrscht. Also in den Achseln, Gelenkbeugen, hinter den Ohren, Knie, Fußgelenke und Füßen, den Genitalien, am Gesäß, den Fingerzwischenräumen und den Handgelenken. Bei Kleinkindern auch am Kopf und Nacken. Eigentlich da wo die Hornhaut dünner erscheint, fühlen sich die Krätzmilben wohl und sehr gut aufgehoben.

 

Krätzmilben wie behandeln?

Bei einem ersten Verdacht sollte auch sogleich gehandelt werden. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten die zum Einsatz kommen. Wichtig dabei ist, dass die Krätzmilben abgetötet werden. So kann eine weitere Vermehrung vermieden werden. Die Symptome, wie der Juckreiz, können dennoch noch einige Tage oder auch eine Woche anhalten. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein natürlicher Verlauf. Krätzmilben leben nur ein bis zwei Tage in der Bettwäsche, den Sofakissen oder auf der Kuscheldecke. Dennoch ist das Waschen der Kleidung und Wäsche zu empfehlen. Dabei spielen die Temperaturen eine große Rolle. So sollten Sie die Wäsche bei mindestens 60°waschen.

Durch das starke Kratzen treten Entzündungen auf, die sich dann ungehindert auf Ihre Familie ausbreiten. So kommen Krätzmilben dann nicht nur an den betroffenen Körperstellen vor. Vorrangig ist als erstes immer das Abtöten der Krätzmilben. Hierzu steht nun eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten parat. Ob nun verschreibungspflichtige Salben und Tinkturen, Tabletten oder altbewährte Hausmittel, das ist Ihnen selbst überlassen. Denn Honig, Teebaumöl und Co. können auch wahre Wunder bewirken. Von Bedeutung sind daher das Ausmaß und das körperliche Befinden. Kleine Kinder und ältere Menschen, sollten daher ärztliche Rücksprache halten.

 

Wie werden Krätzmilben übertragen?

 

Da kommen dreierlei Formen vor:

 

Mensch zu Mensch

Von Mensch zu Mensch bei einem andauernden Hautkontakt der länger als zehn Minuten andauert. Das kann beim Spielen, Schlafen, Kuscheln oder beim Geschlechtsverkehr passieren. Kurze Umarmungen bei gesunden Menschen oder ein Händedruck, übertragen daher keine Krätzmilben. Doch Vorsicht ist  bei der Borkenkrätze geboten. Diese geht mit einer starken Krustenbildung einher. Hier kann schon ein kurzer Hautkontakt zur Ansteckung mit den Krätzmilben führen. Sind die Spuren der Krätzmilben mit bloßem Auge sichtbar, sollte vorsichtshalber auf den Körperkontakt verzichtet werden. Auch, wenn es eben nur eine kurze innige Umarmung ist. So sind Sie immer auf der sicheren Seite. Gerade in Familien kann daher die Ansteckungsgefahr sehr hoch sein. Das Badezimmer mit seinem feuchten Klima und den warmen Temperaturen ist daher ein Paradies dafür. Handtücher und Badetücher die Visitenkarten von Krätzmilben, wenn sie von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden.

 

Tier zu Mensch

Von Tier zu Mensch kommt die Übertragung eher selten vor. Bei geschwächten Personen kann aber auch dies zu Krätzmilben führen.

 

Kleidungsstücke und Gegenstände

Kleidungsstücke und Gegenstände sind im Normalfall nicht die Überträger. Bei Borkenkrätze sollte jedoch gemeinsam benutze Bettwäsche, Handtücher und Badetücher sicherheitshalber gewaschen werden.

Sie können die Krätzmilben unter der Lupe sogar sehen. Die feinen Milbengänge sind sichtbar und zeichnen sich durch rote feine Linien ab. Teilweise kratzen sich die betroffenen bis aufs Blut. Damit erreichen sie nur das Gegenteil. Denn dadurch tritt eine infektiöse Verschlechterung ein. Was gerade im Gesicht deutliche Spuren hinterlässt. Auch wenn sie innerhalb kurzer Zeit absterben, hinterlassen sie oft wochenlang einen sehr faden Beigeschmack.

 

Wo kommen Krätzmilben her?

 

Menschenansammlungen

Sicher haben die Spinnentierchen nicht immer mit Hygienemängeln zu tun. Sie treten vermehrt bei Menschenansammlungen auf. In Kindergärten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen und auch in Vereinen. Eben da wo sich viele Menschen teilweise auf engstem Raum tummeln. Ein Krätzmilbenbefall, tritt er in Gemeinschaftseinrichtungen auf, muss nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldet werden. So schreibt es das Gesundheitsamt vor. Auch wenn die Krätzmilben ohne ihren Wirt den Menschen nicht lange überleben, kann die Übertragung selbst über eine Blutdruckmanschette stattfinden. Die Krätzmilben halten sich auf unserer Haut auf. Dabei halten die männlichen Vertreter Ausschau nach den weiblichen Tieren. Sind diese zur Paarung bereit, sterben die Männchen kurz darauf. Die Weibchen kurz nach der Eiablage. So entstehen die Nachkommen und somit die nächste Generation.

Kindergärten können oft ein Lied von Krätzmilben singen. Das kann jährlich vorkommen, oder nur ab und an. Auch unsere Sprösslinge sind davor nicht gefeit. Meist machen sich die Krätzmilben durch Hautrötungen und Juckreiz bemerkbar. Für die Kleinen sehr lästig und schmerzhaft. Hier sollten gleich zu Anfang natürliche Produkte gegen die Parasiten verwendet werden. Zudem muss der Kontakt zu „Gleichgesinnten“ vermieden werden, auch wenn es schwer fällt.

 

Haustiere

Hunde und Katzen können die Parasiten ins Haus tragen. Bei den Vierbeinern kann der Befall sehr schwerwiegende Folgen haben. Sie als Besitzer sollten daher immer ein besonderes Augenmerk auf die Fellpflege legen. Kommen chemische Mittel zum Einsatz, das Haustier bitte nur mit Handschuhen anfassen. Verschiedene Impfungen wenden sekundäre Infektionen im Vorfeld ab.

 

Krätzmilben was tun?

Um die unliebsamen Gäste loszuwerden, oder deren Verbreitung zu verhindern, gibt es einige Möglichkeiten die Krätzmilben wirkungsvoll einzudämmen.

  • Duschen Sie möglichst nur lauwarm und nicht zu heiß. Eine heiße Dusche verschlimmert den Juckreiz. Dabei wird die Haut durchblutet und auch die Irritationen hervorgerufen.
  • Fußnägel und Fingernägel möglichst kurz schneiden.
  • Unterwäsche und Bettwäsche bei mindestens 60°Grad waschen.
  • Sofabezüge, Polster und Teppiche gut absaugen. Gegenstände in der näheren Umgebung nach Möglichkeit gut desinfizieren.

Wäsche kann man übrigens auch gut in Plastiksäcken einige Tage unter Quarantäne stellen. Gerade Wäsche die nicht bei 60°gewaschen werden kann. Dazu bietet sich auch der Gefrierschrank an, um bei mindestens minus achtzehn Grad die Krätzmilben abzutöten.

Allergietabletten und Lotionen verhindern am Körper den nachhaltigen Juckreiz. Der kann sonst je nach Fall, bis zu einer Woche andauern.

Auch Haustiere können unter dem Befall leiden, der sich ähnlich einer Räude äußern kann. Für alte und geschwächte Tiere ist dies zusätzlich eine enorme Belastung. Sie als Besitzer können hier mit verschiedenen Mitteln auch natürlich dagegen vorgehen. Bei einem schlimmeren Fall ist der Tierarzt zurate zu ziehen.

 

Fazit:

Krätzmilben sind noch lange nicht ausgerottet oder gar ausgestorben. Die bohrenden Schmarotzer vertiefen sich ihre Gänge durch Haut- und Hornschichten. Ungehindert und unbemerkt richten sie anfangs ihr Unheil an. Sichtbar und spürbar werden dann die Furunkeln, Quaddeln, Blasen und Rötungen. Doch Sie können entgegenwirken und sind den Krätzmilben nicht schutzlos ausgeliefert. Auch Ihr Haustier muss unter den Parasiten nicht länger leiden. Dazu bieten sich viele hilfreiche Präparate an. Wichtig dabei ist immer das direkte Umfeld zu säubern. Also nicht nur Sofakissen, Bettwäsche und Co., sondern auch die Hundedecke und die Spielsachen aus Stoff. So wird den Krätzmilben der Garaus gemacht und Sie leben wieder einigermaßen parasitenfrei. Aber nur wer diese Regeln einhält und sich, seine Familie und das Haustier behandelt, kann beschwerdefrei leben.

 

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